Qualität vom Hof Wochentipp:

Tomaten selbst anbauen

Michaela von der Linden hat im letzten Jahr mit Schafwolle aus ihrer eigenen Schafhaltung in Unterschleichach experimentiert. Wie? Ganz einfach. Der Boden ihres Tomatenhäuschens wird alle vier Jahre ausgewechselt. „Das senkt den Krankheitsdruck, Krautfäule erhält sich nämlich im Boden.“ In der Tiefe von gut 30 Zentimetern hat sie dann auf circa einem Quadratmeter ein Schafwoll-Vlies ausgelegt. So wie es vom Schaf kommt, ungewaschen. Darauf gibt sie die Erde, in die sie dann wiederum die Tomatenpflanzen setzt. „Die Fleischtomaten hatten im Schnitt ein Kilogramm pro Frucht“, beschreibt sie den Erfolg. Der ein zweifacher war: denn in dem trockenen Sommer speicherte die Schafwolle überdies das Gießwasser. Die Tomaten mussten nicht so oft gegossen werden. In diesem Frühjahr kam die Überraschung: „Die Schafwolle ist komplett weg“, sagt die Tomatengärtnerin und gräbt zum Beweis mit der Hand durch den lockeren Boden.

Noch ein Tipp für Hobbygärtner: Als Bioland-Bäuerin ist Michaela von der Linden die Frage des Düngens wichtig: Immer mehr wollen Bio-Gemüse, deshalb ist es auch im eigenen Garten wichtig, richtig zu düngen. „Viel hilft nicht gleich viel“, warnt die 39-Jährige. Sie rät dringend dazu, die Düngeangaben auf der Packung zu beachten. Selbst düngt sie mit verdünnter Brennnesseljauche: ordentlich Brennnesseln in einen Eimer geben, Wasser drauf und dann vier Wochen stehen lassen, ab und zu umrühren. Das Gebräu sollte nicht unbedingt zu nahe an der Terrasse stehen: Es stinkt gewaltig. Verdünnt mit Wasser kann man damit aus Krakeltomaten ganz feine Kraftpakete machen. Das Ganze funktioniert auch mit dem kaliumreichen Beinwell.
Übrigens reicht einer Cocktailtomate auf dem Balkon ein Fünf-Liter-Topf, gefüllt mit Pflanzerde (hat einen geringen Düngeranteil). Unten ist eine Drainage aus zerklopftem Porzellan oder Ziegelstein sinnvoll.
Kein Platz zum Stellen der Tomate? Dann hängt sie der Hobbygärtner eben auf: Ein Henkeleimer braucht unten ein Loch, gerade so groß, dass man das Tomatengrün hindurchfädeln kann, dann wird aufgefüllt mit Erde. Die Tomate wächst von unten nach oben und wird zum Hingucker.

Autorinnen: Michaela von der Linden, Brigitte Krause (www.infranken.de)